IPAFs Globaler Sicherheitsbericht unterstreicht den Bedarf an Daten zu Beinahe-Unfällen

IPAF Global Safety Report 2021

Der IPAF Globale Sicherheitsbericht 2021 analysiert die Hauptursachen für schwere Verletzungen und Todesfälle beim Einsatz von Höhenzugangstechnik für temporäre Arbeiten in der Höhe und unterstreicht die Notwendigkeit, weltweit mehr Daten über Beinahe-Unfälle der gesamten Branche zu sammeln, um in Zukunft die häufigsten schweren Unfälle zu vermeiden.

Der Bericht, basierend auf den im IPAF-Unfallmeldeportal (www.ipafaccidentreporting.org) erfassten Vorfällen, zeigt, dass sich die Hauptursachen für schwere Verletzungen und Todesfälle beim Einsatz von Höhenzugangstechnik in den letzten zwei Jahren nicht wesentlich verändert haben. Stromschläge haben dabei leicht zugenommen und sind nun neben Stürzen von der Plattform die zweithäufigste Ursache.

Über den gesamten Fünfjahreszeitraum 2016–2020 waren Stürze von der Arbeitsbühne und Stromschläge mit jeweils 23 % der Todesfälle, deren häufigste Ursache, gefolgt vom Einklemmen (19 %), Umkippen von Hubarbeitsbühnen (12 %), Zusammenstoßen mit einer anderen Maschine oder einem Fahrzeug (6 %) oder Treffer durch herabfallende Gegenstände (5 %).

In den frühen Tagen des 2012–13 gestarteten Unfallmeldeprojekts gingen die meisten Meldungen von britischen IPAF-Mitgliedern ein. Während das Projekt nun in seine zweite Dekade startet, treffen jetzt Meldungen aus der ganzen Welt ein. In den letzten zwei Jahren der Datenerfassung gingen Berichte aus 19 Ländern ein, in den letzten fünf Jahren aus mehr als 25 Ländern weltweit.

In diesem Jahr wurde der Bericht anders als in den Vorjahren, mit einer Zusammenfassung als globalem Überblick, gefolgt von detaillierten Datentabellen, welche sich mit jeder der sechs Hauptunfallarten befassen, aufgeschlüsselt nach Standort, Maschinentyp und Industriezweig, einschließlich einer Analyse der Ausfallzeiten für jede Unfallklassifizierung präsentiert.

Brian Parker, IPAFs Head of Safety & Technical, sagt: „Dieses neue Format macht den Bericht leichter verdaulich und verständlicher, insbesondere für Mitglieder der Arbeitsbühnenvermietungsbranche und Arbeitsschutzbeauftragte in IPAF-Mitgliedsunternehmen sowie für Endanwender von Arbeitsbühnen.

„Statistisch könnte es interessant sein, die weltweite Anzahl der Unfälle und zwischen verschiedenen Branchen zu vergleichen, aber es ist relevanter und aufschlussreicher, einen detaillierten Blick auf Stromschläge und Abstürze von der Plattform zu werfen, um z. B. zu sehen, in welchem Maschinentyp, mit welcher Konfiguration, an welchem Ort oder in welcher Branche sich diese ereignen, um dann zu überlegen, was die zugrundeliegenden Faktoren sein könnten und entsprechend vorauszuplanen.

„Dieser neue Ansatz ermöglicht es uns, einige wichtige Empfehlungen auszusprechen, die bei der Planung des Einsatzes von Höhenzugangstechnik zu berücksichtigen sind, und zwar in Verbindung mit spezifischen Verweisen – unabhängig davon ob es sich um technische Leitfäden, die kostenlosen IPAF Andy Access Sicherheitsposter und die Toolbox Talk-Reihe handelt oder um relevante Schulungen, die Bediener und Manager absolvieren sollten, um spezifische Risiken zu mindern, die zu ganz bestimmten Unfällen führen.

„Das im letzten Herbst eingeführte verbesserte Meldeportal, das nun in allen wichtigen IPAF-Sprachen verfügbar ist, hat dazu beigetragen, dass mehr Länder auf der ganzen Welt Meldungen abgeben und Daten aus einem breiteren Spektrum von Industriebereichen gesammelt werden. Dies ermöglicht eine tiefgreifende Analyse, welche in die gesamte Arbeit von IPAF zur Verbesserung von Sicherheit, technischer Anleitung und Schulung einfließt.

„Ich möchte besonders der gesamten IPAF-Arbeitsgruppe für Unfälle – dem Vorsitzenden Mark Keily, James Clare, Alana Paterson und Chris Wraith – für ihre Hilfe bei der Förderung des Engagements und das Verständnis und der Interpretation der über das Portal gesammelten Daten danken; ohne sie wäre die Erstellung dieses umfassenden Berichts gar nicht möglich gewesen.

„In einer Sache sind wir uns alle einig: wir müssen mehr Informationen über Beinahe-Unfälle sammeln – wir erhalten umfassende Berichte über schwere Verletzungen und Todesfälle, aber wir brauchen mehr Berichte über scheinbar harmlose Fehler, die zu einem ernsten Zwischenfall hätten führen können, dies aber nicht taten.

„Beinahe-Unfälle sind wichtig, um Trends zu verstehen und schwere Unfälle in Zukunft zu vermeiden. Wir hoffen, dass der direkte Zugriff auf das Meldeportal über die neu eingeführte IPAF ePAL Mobile App für Bediener und Aufsichtspersonen mehr Menschen in die Lage versetzen wird, diese Art von Vorfällen zu erfassen – schnell, einfach und auf Wunsch auch anonym.

„Ebenso erhalten wir zwar einige Berichte über Mastkletterbühnen (MCWPs) und Bauaufzüge, aber unsere Datenbank ist in Bezug auf diese Maschinentypen nicht vollständig genug, um aussagekräftige statistische Schlüsse zu ziehen. Wir werden mit unseren Mitgliedern und den relevanten Fachausschüssen zusammenarbeiten, um die Berichterstattung aus dem Mastkletterarbeitsbühnen-Sektor zu verbessern, und damit in Zukunft nützliche Einblicke in wichtige Unfalltrends geben zu können.“

● Besuchen Sie www.ipaf.org/accident um IPAFs Globaler Sicherheitsbericht 2021 anzusehen oder herunterzuladen. Einen Überblick über das Webinar, das am 22. Juni zur Vorstellung des Berichts 2021 veranstaltet wurde, finden Sie unter www.ipaf.org/webinars. Bitte nutzen Sie www.ipafaccidentreporting.org um alle Unfälle, Zwischenfälle und Beinaheunfälle mit Höhenzugangstechnik zu melden.

 

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